24 August 2021

NEUE PROJEKTE

Movember finanziert projekte zur förderung der psychischen gesundheit von kriegsveteranen und ersthelfern
Mental Health | Where The Money Goes
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Voller Freude gibt Movember die Projekte bekannt, die weltweit über das Förderprogramm für die psychische Gesundheit von Kriegsveteranen und Ersthelfern unterstützt werden.
 
Die Initiative hat ein Fördervolumen von 5,17 Millionen Euro, die zur Unterstützung von Kriegsveteranen und Ersthelfern sowie deren Familien eingesetzt werden. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen Movember und The Distinguished Gentleman’s Ride. Gilette Deutschland stellt zusätzliche Mittel bereit.
 
Die Forschung zeigt immer deutlicher, dass unter Ersthelfern [Feuerwehrleuten, Sanitätern, Polizisten] und Kriegsveteranen das Risiko für schlechte psychische Gesundheit und Suizid erhöht ist.
 
Zwar gibt es bereits zahlreiche Programme zur Unterstützung dieser Gruppen. Jedoch ergab ein Bericht aus dem Jahr 2019, der von Movember in Auftrag gegeben und vom Männergesundheitsforscher Dr. Don McCreary durchgeführt wurde, dass es an öffentlich verfügbaren Nachweisen über die Wirksamkeit solcher Programme mangelt.
 
Auf Grundlage dieses Berichts rief Movember im September 2020 das Förderprogramm für die psychische Gesundheit von Kriegsveteranen und Ersthelfern ins Leben. Das Ziel der Initiative ist es, vielversprechende Programme zur Förderung der psychischen Gesundheit oder zur Suizidprävention zu ermitteln und mit diesen Projekten zusammenzuarbeiten. Durch eine gründliche Evaluierung der Programme soll ihre Wirksamkeit untermauert werden. 
 
Brendan Maher ist Global Director für psychische Gesundheit und Suizidprävention bei Movember und erklärt:
 
„Wir stehen tief in der Schuld unserer Kriegsveteranen und Ersthelfer. Mit der Initiative möchten wir von Movember unseren Finanzierungspartnern dabei helfen, die positive Wirkung ihrer Programme auf die psychische Gesundheit nachzuweisen. Wir wollen Beweise dafür liefern, dass diese Programme das Leben der betroffenen Männer und ihrer Familien tatsächlich verändern.“ 
 
Mark Hawwa ist der Gründer und Director von Distinguished Gentleman’s Ride. Er fügt hinzu:
 
„Diese Männer arbeiten jeden Tag an vorderster Front. Oftmals setzen sie sich Gefahren aus, um unsere Mitmenschen zu schützen. Wir wissen um die Opfer, die unsere Kriegsveteranen und Ersthelfer immer wieder aufs Neue bringen. Deshalb freuen wir uns, diese Leute gemeinsam mit Movember in ihrer sinnhaften und wirkungsvollen Tätigkeit unterstützen zu können. Voller Stolz setzen wir uns für diejenigen ein, die täglich ihr Leben für uns aufs Spiel setzen.“
 
André Hafner, Senior Director von Gillette DACH sagt:
 
„Vor allem in den letzten 18 Monaten haben unsere Ersthelfer unglaublich hart gearbeitet, um die Bevölkerung zu schützen. Wir sind unfassbar stolz darauf, diese unverzichtbare Arbeit zur Förderung der psychischen Gesundheit unserer Ersthelfer gemeinsam mit Movember zu unterstützen.“
 
Die Auswahl der Projekte, die über die nächsten zwei Jahre gefördert werden, ist das Ergebnis einer umfassenden Suche in sieben Ländern:  Australien, Neuseeland, Kanada, Großbritannien, Irland, Deutschland und den USA. 
 
Die geförderten Projekte sind:
 
DEUTSCHLAND

  • Das Programm RUPERT (Forum für psychische Gesundheit im Rettungsdienst), das vom Diskussionsforum Depression e.V. entwickelt wurde, ist ein deutschsprachiges Internetforum für Mitarbeiter der Rettungsdienste und deren Angehörige.  Mithilfe der Finanzierung über die Gillette-Partnerschaft soll die Wirksamkeit dieser frühzeitigen Suizidprävention nachgewiesen werden. 
KANADA
  • Ein Team der University of Western Ontario untersucht, ob die sinnorientierte Gruppentherapieform für Männer Meaning-Centred Men’s Groups (MCMG) zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Kriegsveteranen und Ersthelfern vor dem Eintritt in den Ruhestand eingesetzt werden kann.
  • Das Resilienzprogramm für Ersthelfer First Responder Resiliency Program (FRRP), das von der kanadischen Organisation Blueprint entwickelt wurde, ist ein Zufluchtsort für Polizisten und Feuerwehrleute in British Columbia.
  • Die App OnCall wurde von der McMaster University entwickelt. Das Unterstützungstool wurde von und für Menschen konzipiert, die im Bereich der öffentlichen Sicherheit arbeiten, z. B. Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten.
  • Die Canadian Mental Health Association hat mit Resilient Minds ein Programm ins Leben gerufen, bei dem durch Peergruppen-Austausch Strategien zur Unterstützung der psychischen Gesundheit von Feuerwehrleuten entwickelt werden sollen.
 
AUSTRALIEN
  • Everymind ist ein australisches Institut und arbeitet an der Weiterentwicklung von Minds Together. Diese Initiative zur frühzeitigen Intervention richtet sich an Familienmitglieder und Freunde von Sanitätern in schlechten psychischen Gesundheitszuständen.  
  • Das Black Dog Institute in Australien wird das evidenzbasierte E-Learning-Programm Recognise and Respond (R&R) für Kriegsveteranen weiterentwickeln, umsetzen und evaluieren.
 
NEUSEELAND
  • Die neuseeländische Feuerwehr- und Rettungsdienstzentrale Fire and Emergency New Zealand möchte mit ihrem Programm Whanaungatanga das Wohlbefinden von Feuerwehrleuten und Notfallhelfern verbessern. Durch organisatorische Veränderungen sollen dabei die Bindung, das Vertrauen und das Gefühl von Wertschätzung und Zugehörigkeit gestärkt werden.
 
GROSSBRITANNIEN
  • Bei der nordirischen Polizei Police Service of Northern Ireland läuft das Programm Mental Wellbeing and Trauma Resilience, das aus fünf Komponenten besteht und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Innerhalb der Polizei Nordirlands, der Gemeinden, denen sie dient, und der Familien der Polizisten soll mit dem Programm eine Kultur der Prävention und der frühzeitigen Intervention gefördert werden.
  • Zur Resilienzförderung von Polizeikommissaren wird das Präventionsprogramm Resilient Senior Leaders (RESLEAPS) an der University of Leicester über die Gillette-Partnerschaft finanziert. Es entstand aus einem Pilotprojekt für Rettungskräfte in England und Wales zur Stärkung der Vertrauenskultur und des Austauschs über Sorgen in einem geschützten Raum.
  • Die Universität York arbeitet an der Durchführung und Bewertung des Programms Behavioral Activation for Low mood and anxiety in Male NHS Frontline Workers (BALM). Im BALM-Programm wird Verhaltensaktivierung als Frühinterventionsmaßnahme genutzt, um die psychische Gesundheit von männlichen Mitarbeitern im öffentlichen Gesundheitswesen zu fördern.  Dieses Programm wird über die Gillette-Partnerschaft unterstützt.
 
IRLAND
  • Die Studie SAFER Families/Friends wird vom Royal College of Surgeons in Ireland (RCSI) geleitet. Dabei wird untersucht, ob Angehörige von Ersthelfern darin geschult werden können, Anzeichen von Belastung beim Ersthelfer zu erkennen und für ihr eigenes psychisches Wohlbefinden zu sorgen.

 USA

  • Die Southcentral Foundation richtet sich mit ihrem Programm Soldiers Heart an Feuerwehrleute und Polizisten in abgelegenen Gemeinden Alaskas, die arbeitsbedingt einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt sind.   Das Programm besteht aus einem sechstägigen Lehrgang, in dem kulturelle Prinzipien wie Lerngruppen zum Austausch von Erfahrungen, Nachsorge und Unterstützung thematisiert werden, und wird auf seine Wirksamkeit hin untersucht werden.